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Nach der Bun­des­tags­wahl 2025 steht die CDU/​CSU unter star­kem öffent­li­chen Druck. Kri­ti­ker wer­fen der Par­tei vor, ihre Wäh­ler bewusst getäuscht zu haben. Eine Ana­ly­se der Wahl­ver­spre­chen und der tat­säch­li­chen poli­ti­schen Maß­nah­men zeigt deut­li­che Diskrepanzen.

Vor der Wahl: Hoff­nung und kla­re Versprechen
Im Wahl­kampf setz­te die CDU/​CSU auf kla­re Botschaften:

  • Schul­den­brem­se ein­hal­ten: Fried­rich Merz ver­sprach, kei­ne neu­en Schul­den auf­zu­neh­men und die finan­zi­el­le Sta­bi­li­tät Deutsch­lands zu sichern.
  • Kli­ma­geld für Haus­hal­te: Die Par­tei stell­te in Aus­sicht, die stei­gen­den CO₂-Kos­ten durch ein Kli­ma­geld auszugleichen.
  • Migra­ti­on begren­zen: Abschie­be­haft­plät­ze und stren­ge­re Maß­nah­men zur Regu­lie­rung der Migra­ti­on wur­den angekündigt.

Die­se Ver­spre­chen soll­ten Ver­trau­en schaf­fen und die Wäh­ler über­zeu­gen, dass die CDU/​CSU eine ver­läss­li­che und zukunfts­ori­en­tier­te Poli­tik verfolgt.

Nach der Wahl: Ernüch­te­rung und Kritik
Die Rea­li­tät nach der Wahl sieht jedoch anders aus:

  • Schul­den­pa­ket statt Schul­den­brem­se: Ent­ge­gen der Zusa­ge stimm­te die CDU/​CSU einem Son­der­ver­mö­gen von fast 1 Bil­li­on Euro zu – eine mas­si­ve Abwei­chung von der Schuldenbremse.
  • Kein Kli­ma­geld: Statt des ver­spro­che­nen Kli­ma­gel­des wur­den ledig­lich Strom­preis- und Netz­ent­gelt-Sen­kun­gen beschlos­sen, die weit hin­ter den Erwar­tun­gen zurückblieben.
  • Kei­ne Abschie­be­haft­plät­ze: Auf­grund von Koali­ti­ons­ver­hand­lun­gen wur­de das Ver­spre­chen, Abschie­be­haft­plät­ze zu schaf­fen, nicht umgesetzt.

Mög­li­che nega­ti­ve Fol­gen für Bür­ger in den nächs­ten Jahren
Die Abwei­chun­gen von den Wahl­ver­spre­chen könn­ten erheb­li­che Aus­wir­kun­gen auf die Bür­ger haben. Hier sind eini­ge der mög­li­chen nega­ti­ven Folgen:

Höhe­re Steu­er­last: Um die Schul­den zu finan­zie­ren, könn­ten Steu­ern für Pri­vat­per­so­nen und Unter­neh­men stei­gen, was die finan­zi­el­le Belas­tung erhöht.

Infla­ti­on: Die expan­si­ve Fis­kal­po­li­tik könn­te die Infla­ti­on anhei­zen, was die Kauf­kraft der Bür­ger wei­ter verringert.

Ein­schnit­te bei Sozi­al­leis­tun­gen: Kür­zun­gen bei Ren­ten, Arbeits­lo­sen­geld oder ande­ren Sozi­al­leis­tun­gen könn­ten ein­kom­mens­schwa­che Haus­hal­te beson­ders hart treffen.

Erhöh­te Zin­sen: Höhe­re Zin­sen könn­ten die Kos­ten für Kre­di­te und Hypo­the­ken in die Höhe trei­ben, was den Zugang zu Wohn­ei­gen­tum erschwert.

Arbeits­platz­un­si­cher­heit: Wirt­schaft­li­che Insta­bi­li­tät könn­te zu Arbeits­platz­ver­lus­ten und einer Zunah­me pre­kä­rer Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­se führen.

Stei­gen­de Bau­kos­ten: Im Immo­bi­li­en­sek­tor könn­ten höhe­re Zin­sen und Infla­ti­on die Bau­kos­ten erhö­hen, was den Neu­bau von Wohn­raum erschwert.

Weni­ger erschwing­li­cher Wohn­raum: Die Kom­bi­na­ti­on aus stei­gen­den Bau­kos­ten und höhe­ren Hypo­the­ken­zin­sen könn­te den Zugang zu bezahl­ba­rem Wohn­raum einschränken.

Rück­gang der Immo­bi­li­en­prei­se: In bestimm­ten Regio­nen könn­ten Immo­bi­li­en­prei­se auf­grund sin­ken­der Nach­fra­ge fal­len, was Eigen­tü­mer finan­zi­ell belastet.

Höhe­re Ener­gie­prei­se: Die Belas­tung durch stei­gen­de Ener­gie­prei­se könn­te wei­ter zuneh­men, ins­be­son­de­re für Haus­hal­te mit nied­ri­gem Einkommen.

Unsi­cher­heit bei der Alters­vor­sor­ge: Die Unsi­cher­heit über zukünf­ti­ge Ren­ten und die wirt­schaft­li­che Lage könn­te die pri­va­te Alters­vor­sor­ge belasten.

Aus­wir­kun­gen wech­seln­der Koali­tio­nen auf die Bür­ger und die Wirtschaft
Die Regie­rungs­bil­dung in wech­seln­den Koali­tio­nen aus CDU/​CSU, SPD, FDP und Grü­nen hat in der Ver­gan­gen­heit eben­falls zu erheb­li­chen Her­aus­for­de­run­gen geführt:

Poli­ti­sche Insta­bi­li­tät: Häu­fi­ge Koali­ti­ons­wech­sel haben die Hand­lungs­fä­hig­keit der Regie­rung ein­ge­schränkt und wich­ti­ge Refor­men verzögert.

Wirt­schaft­li­cher Nie­der­gang: Die deut­sche Wirt­schaft lei­det unter einer anhal­ten­den Rezes­si­on, stei­gen­der Arbeits­lo­sig­keit und sin­ken­dem Wachstum.

Gefähr­dung der Bür­ger: Die Unsi­cher­heit über poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen hat das Ver­trau­en der Bür­ger in die Regie­rung geschwächt und die sozia­le Sicher­heit gefährdet.

Nut­zung eines abge­wähl­ten Bun­des­tags: Ver­ach­tung des Bürgerwillens?
Ein beson­ders kri­ti­scher Punkt ist die Tat­sa­che, dass die soge­nann­ten “Alt­par­tei­en” – allen vor­an CDU/​CSU, SPD, Grü­ne und Lin­ke – einen abge­wähl­ten Bun­des­tag nutz­ten, um ihre poli­ti­schen Zie­le durch­zu­set­zen. Dies geschah spe­zi­ell im Kon­text einer Grund­ge­setz­än­de­rung, die ohne Rück­sicht auf den Bür­ger­wil­len beschlos­sen wur­de. Kri­ti­ker sehen dar­in eine offe­ne Ver­ach­tung demo­kra­ti­scher Prin­zi­pi­en und eine Miss­ach­tung der Wäh­ler­stim­men. Sol­che Maß­nah­men haben das Ver­trau­en in die poli­ti­sche Füh­rung wei­ter geschwächt und die Kluft zwi­schen Bür­gern und Poli­ti­kern vertieft.

Fazit
CDU/​CSU sehen sich mit einem erheb­li­chen Ver­trau­ens­ver­lust kon­fron­tiert, Orts­ver­bän­de tre­ten inzwi­schen geschlos­sen zurück.

Die Dis­kre­panz zwi­schen den Wahl­ver­spre­chen und den tat­säch­li­chen Maß­nah­men hat nicht nur das Ver­trau­en vie­ler Wäh­ler erschüt­tert, son­dern könn­te auch lang­fris­ti­ge nega­ti­ve Fol­gen für die Bür­ger haben.

Die poli­ti­sche Insta­bi­li­tät durch wech­seln­de Koali­tio­nen hat die wirt­schaft­li­che Lage zusätz­lich ver­schärft und die sozia­le Sicher­heit der Bür­ger gefährdet.

Die Nut­zung eines abge­wähl­ten Bun­des­tags zur Durch­set­zung einer Grund­ge­setz­än­de­rung zeigt zudem eine besorg­nis­er­re­gen­de Miss­ach­tung demo­kra­ti­scher Werte.

Klar ist, dass die Glaub­wür­dig­keit der künf­ti­gen Regie­rung ver­spielt wur­de, für die offen­sicht­lich rei­nes Macht­kal­kül im Vor­der­grund steht.

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